Erste-Hilfe-Station in Assangi

Die provisorische Erste-Hilfe-Station in Assangi wird täglich rege besucht

 

Die Idee, in Assangi eine Erste-Hilfe-Station mit einer Apotheke einzurichten, zeigt sich ein Jahr nach der Eröffnung in einem Provisorium  als ein voller Erfolg. Pro Monat werden von Sr. Roseline, einer ausgebildeten Kranken­schwester, ca. 350 Patienten betreut. Es gebe Tage, da kommen vierzig bis manchmal fünfzig Leute, um sich behandeln zu lassen. Diese Zahl zeigt uns, dass der Bau einer kleinen Kli­nik dringend nötig ist.

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Die Leute müssen für die Medikamente be­zahlen. Wer aber kein Geld dafür hat, wird nicht zu­rückgewiesen, sie werden gratis be­handelt. Dafür und für den Kauf der Medika­mente er­halten die Schwestern von unserem Hilfswerk „Namaskar INDIA“ finanzielle Unter­stützung.

 

 

 

 

Gründung von vier Frauengruppen und einer Gruppe für Behinderte

 

Die Ordensfrau Sr. Mary-Pierre ist eine ausgebildete Sozialarbeiterin. Sie brachte von ihrem früheren Wirkungsort schon viele Erfahrungen mit nach Assangi. Mit berechtigtem Stolz erzählt sie uns, dass sie bereits vier Frau­engruppen gegründet habe. Jede Gruppe besteht aus 20 Frauen. Jede Gruppe hat eine Präsidentin, eine Sekretärin und eine Kassierin. Natürlich muss Sr. Mary-Pierre diese Frauen zuerst in ihre Ämter einführen, aber sie machen es schon ganz gut, meint sie.

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Einmal pro Woche kommen die Frauen zu einem Meeting zusammen. Jede Frau zahlt dann jeweils 25 Rupien (ca 55 Rap­pen). Sr. Mary-Pierre bringt das Geld auf die Bank in den nächstgrösseren Ort Guledgud. Nach einiger Zeit, nach ungefähr 6 Mo­naten, wird dann in den Gruppen be­sprochen, wer etwas nötig hat oder et­was dringend braucht. So wird es den Frauen möglich sein, ein Tier zu kau­fen, einen Verkaufsladen einzu­richten oder evtl. eine Operation zu bezahlen. In Ausnahmefällen würden die Frauen auch Geld für eine Heirat erhalten. Leider ist die Mitgift in Indien, obschon sie schon vor Jahren offiziell abge­schafft wurde, immer noch ein grosses Problem. Ein Mädchen, das kein Geld hat, kann leider in vielen Teilen Indiens auch heute nicht auf eine Heirat hoffen.

Hat eine Frau aus einer Gruppe dann einen Kredit erhalten, muss sie dafür monatlich einen kleinen Zins zurückzahlen.

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Wir waren von der Arbeit der Schwestern sehr beeindruckt und wir freuten uns, ihnen von Namaskar INDIA  Fr. 1’000.-  für diese Frauengruppen zu übergeben.

 

Kürzlich wurde auch noch eine Gruppe für Behinderte gegründet, die heute schon vier­zig Mitglieder zählt. Diesen wird individuell geholfen, z. B. mit einem Rollstuhl, Krücken, oder ihnen wird geholfen, wie sie Beiträge vom Staat erhalten können, die ihnen zustehen und von denen sie bis heute nicht wussten, wie sie diese einholen können.

 

Dieses Mikrokredit-Angebot ist für die Sozialarbeiterin sehr zeitaufwendig. Alles wird schriftlich fest­gehalten. Sr. Mary-Pierre zeigt uns ihre Unterlagen. Jede Frau einer Gruppe hat ein eigenes Bankbüchlein.

 

 

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